Was macht Boris Becker?

Er hatte zusammen mit Steffi Graf dem deutschen Tennissport einen Boom beschert, der noch heute anhält: Boris Becker schrieb mit seinem Wimbledon-Sieg am 7. Juli 1985 Tennisgeschichte. Becker gewann in seiner Karriere 59 Titel und war 12 Wochen lang die Nummer 1 in der Weltrangliste. Auch wenn er nie die French Open gewann, war er einer der besten Tennisspieler der Sportgeschichte. Dann aber kamen die persönlichen Probleme ins Rampenlicht und nach Beendigung seiner aktiven Zeit machte Becker vor allem wegen seines Privatlebens Schlagzeilen.

Dennoch blieb er immer dem Tennissport verbunden. 1997 leitete er noch das deutsche Davis-Cup Team bevor er 1999 vom aktiven Sport zurücktrat. Seit dem arbeitete er vor allem als Kommentator im Fernsehen, bildete sich aber auch als Trainer fort. 2013 war Becker plötzlich wieder auf der internationalen Bühne: als Trainer des Newcomers Novak Đoković. Unter Beckers Führung gewann dieser sechs Grand-Slam-Turniere und wurde ein Jahr nachdem er mit Becker den Vertrag geschlossen hatte Weltranglisten-Erster. Nach drei Jahren war die Beziehung aber wieder beendet und Đoković suchte sich einen neuen Coach. Dennoch hatte Becker bewiesen, dass er mehr kann als nur kommentieren und das wurde auch bei DTB geschätzt.

Im Jahr 2017 wurde Boris Becker Head of Men’s Tennis bei Deutsche Tennisbund und damit der Chef der deutschen Männermannschaften, sowohl im Davis Cup als auch für Olympia. Bei Davis Cup Team sorgte das kurze Zeit für Verstimmungen, war man doch mit den derzeitigen Teamchef zu frieden. In mehreren Gesprächsrunden einigte man sich darauf, dass der Trainer bleibt und Becker lediglich eine übergeordnete und koordinierende Rolle hat, aber nicht in die Taktik und Aufstellung des Teams eingreift.

Nach Streitereien mit seinem ehemaligen Geschäftspartner Hans-Dieter Cleven wurde Becker 2017 von einem Londoner Gericht für zahlungsunfähig erklärt. Er selbst wies aber darauf hin das dies nur ihn, nicht aber seine Firmen betreffe, die nach wie vor aktiv sind.