Vettels Problem sind nicht die Reifen

Sebastian Vettel hat ein Problem, oder besser gesagt Ferrari hat es, denn am Fahrer alleine liegt es wohl nicht, dass Ferrari in den vergangenen Rennen Mercedes und sogar Red Bull den Vortritt lassen müssen.
Beim vergangenen Rennen in Barcelona wurden von Experten zunächst die Reifen als ein Problem gesehen, vor allem weil Vettel einen Boxenstopp einlegen musste, der ihm später das Podium kostete. Pirelli hat jetzt angekündigt, die Mischungen etwas zu verändern und es sieht so aus, als ob zumindest der mehrmalige Formel-1-Weltmeister Vettel damit keine Probleme hat.
Nach den Testtagen, sich traditionell an das Rennwochenende in Spanien anschließen, schien Vettel nicht die Reifen verantwortlich zu machen, die beim Spanien-Grand-Prix das erste Mal eingesetzt wurden. Der Grund für die neue Mischung war, dass die bisherigen Mischungen auf Kursen mit hohen Geschwindigkeiten zu Blasen neigten. Ferrari hatte ursprünglich vermutet, dass die neuen Mischungen sich schneller abnutzten. Als man aber während der Tests den gleichen Kurs mit den alten Reifen fuhr, stellte man fest, dass diese sich noch schneller abnutzten. An den Reifen an sich hat die Schlappe also nicht gelegen, sondern wahrscheinlich eher an einer falschen Abstimmung im Team. Man hatte wohl schlicht keine richtige Strategie, mit der man die Reifen bis zum Schluss nutzen könnte.

Es kommt häufig vor, dass Formel 1 Piloten und ihre Teams die Reifen für eine schlechte Leistung verantwortlich machen. In den meisten Fällen zeigt sich aber bei genauerem Hinsehen, dass es entweder die Fahrer sind, die mit ihrem Fahrstil die Reifen zu sehr beanspruchen, oder die Teams, zu früh oder zu spät die Fahrer zum Wechsel in die Box holen.
Da alle die gleichen Reifen haben und auch die Anzahl der Reifen festgeschrieben ist, stehen die Chancen, was die Reifen angeht, ohnehin für alle gleich gut oder schlecht.
Bei Ferrari hat man gesehen, dass es nicht reicht, das nur zu wissen, sondern dass man das Wissen auch umsetzen muss.