Österreich: Segeln ohne Meer

Seit jeher dominieren im Segelsport jene Länder mit Meerzugang, wie Frankreich, Spanien oder die Vereinigten Staaten. Doch ein Binnenland findet sich unter all diesen Seefahrer Nationen: Österreich. Auch bei der Letzten Sommerolympiade, 2016 in Brasilien, konnten die Österreicher Thomas Zajac und Tanja Frank Bronze in der Nacra17 Klasse holen. Das ist die 11 Medaille Österreichs im Segelsport, der erfolgreichsten Disziplin des kleinen Alpenlandes. Doch wie kann dies sein ohne Zugang zum Meer? Antwort auf diese Frage ist der im Osten des Landes gelegene Neusiedler See und eine gezielte Förderung von Nachwuchstalenten.

Der See, der mit seinen 34 km so lange ist, dass man durch die Erdkrümmung ein Warnlicht auf der anderen Seite des Sees gar nicht mehr sehen könnte, wirkt auf den ersten Blick nicht gerade wie der perfekte Ort zum Segeln. Die durchschnittliche Tiefe von gerade einmal einen Meter hat schon so manche Boote zum kentern gebracht. Doch was ihn und auch andere österreichische Seen auszeichnen, sind die häufig schnell wechselnden Winde und unvorhersehbaren Situationen, auf die man sich kaum wo besser vorbereiten kann. Besonders für seine Krabbelwellen, Wasserströmungen in unterschiedlichen Richtungen die aufeinander treffen, ist der See bekannt. All das macht den Neusiedler See zu einem Treffpunkt für Spitzensegler aus aller Welt.

Dennoch ist der Segelsport, im Gegensatz zum Skisport, in Österreich kein Massenphänomen. Die meisten Stoßen eher Zufällig auf den Sport und Anfangs bleibt der Erfolg meist aus. Doch mit der Zeit schlägt das österreichische Erfolgsmodell im Training zu. Eine Kombination aus Zentralisierung und stark individualisiertem Training. Im Gegensatz zu den großen Ländern schafft sich Österreich somit seine Talente selbst, anstatt sie aus einem bereits vorhandenen Talentpool zu wählen. Alle Altersgruppen, ob Profi oder Anfänger, trainieren gemeinsam.

Durch all dies schafft es Österreich, trotz all der Nachteile gegenüber größeren Ländern, eine Konkurrenzfähige Mannschaft aufzustellen, mit der auch in den kommenden Jahren zu rechnen ist.