Frauenteam verliert Kapitänin

Die Frauen-Handballnationalmannschaft wird sich eine neue Führungsperson suchen müssen, Anna Loerper hat erklärt, das Amt als Kapitänin niederlegen zu wollen. Ganz überraschend kam die Entscheidung nicht, denn die 33-jährige ist seit 13 Jahren im Nationalteam dabei. Gegen Polen wird sie das letzte Mal im Aufgebot stehen und ihre Mannschaft hoffentlich zum Sieg führen.

Die Erfolgsspielerin vom SG BBM Bietigheim hatte schon nach der WM im vergangenen Jahr, die eher schlecht für das deutsche Frauennationalteam lief, überlegt, ihre Karriere in der Bundesmannschaft zu beenden, machte dann aber doch noch ein paar Monate weiter. Im Juni ist dann aber endgültig Schluss. Wenigstens die EM-Qualifikation hatte sie noch mitmachen wollen, vor allem die wichtigen Spiele gegen Litauen und die Türkei. Sie war eine der letzten Stammspielerinnen, die nach der Patzer-WM noch im Team geblieben waren, auch um die Kontinuität zu bewahren.

Kein Titel mit der Nationalmannschaft

In ihrer Nationalmannschaft-Karriere hat Loerper 237 Spiele bestritten und dabei 415 Tore in ihrer Position als Linksaußen erzielt. Loerper war zwei Mal Handballerin des Jahres und erlangte mit Kempten dreimal die Niederrhein-Meisterschaft. Im Nationalteam bliebe ihr trotz der langen Karriere ein Titel verwehrt. Am besten schnitten die deutschen Frauen bei der WM 2007 mit einem dritten Platz ab. Mit Bayer Leverkusen gelang ihr 2010 der Gewinn des Deutschen Handballpokals. Mit dem gleichen Verein wurde sie auch Vize-Meister und Vize-Pokalsiegerin.

Sie spielte kurz in Dänemark, wo sie den EHF-Pokal gewann, kehrte dann wieder nach Deutschland zurück, wo sie bei Oldenburg und Metzingen spielte. 2018 gab es dann einen für alle überraschenden Wechsel nach Bietigheim, nachdem Metzingen den Vertrag vorzeitig zu Ende Juni kündigen wollte. Eine der wenig charmanten Begründungen, die das Management gab, war, dass Loerper ihren Zenit überschritte habe.

Es bleibt jetzt abzuwarten, ob sie nur ihre Nationalmannschaftskarriere oder auch das Handballspielen insgesamt an den Nagel hängen wird. Es wäre ein großer Verlust für den deutschen Frauenhandball, allerdings auch eine verständliche Entscheidung.