Enttäuschende Leistungen der Eisschnellläufer

Die deutschen Eisschnellläufer haben enttäuschende Olympische Spiele hinter sich. Nachdem sie bereits an den letzten Olympischen Spielen im russischen Sotschi keine einzige Medaille gewannen, waren sie an den diesjährigen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang noch schlechter. Die beste Leistung wurde von Patrick Beckert im 10 000 Meter Rennen erzielt, es war ein siebter Platz. Hinzu kamen drei weitere achte Plätze, das war es. Somit waren die deutschen Athleten so schlecht wie schon seit 54 Jahren nicht mehr.

Dabei sind die Athleten mit großen Hoffnungen angereist. Zwei bis drei Medaillen sollten es diese Jahr werden. Nachdem dies ganz klar verfehlt wurde, begann die Suche nach den Schuldigen. Den Athleten werfen den Verantwortlichen vor, dass sie kein ausreichendes Training erhalten. Der Sportdirektor Robert Bartko und Cheftrainer Jan van Veen schieben die Schuld weiter auf Gerd Heinze, den Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf Gemeinschaft, und dessen Nachfolgerin Stefanie Teeuwen. Was mit Sicherheit gesagt werden kann, ist dass die Kommunikation im Verband nicht funktioniert. Sportler, Trainer und Verband scheinen alle unabhängig voneinander eigene Wege zu gehen.

Mit all diesen Problemen verwundet es auch nicht, dass die Deutschen auch beim Eisschnelllauf-Weltcup 2017/18 nicht überzeugen konnten. Hier waren die Leistungen zwar nicht ganz so schlecht. Zu verdanken ist das besonders Claudia Pechstein, welche bei den Frauen zwei Gold- und eine Bronzemedaille gewann. Außerdem erreichten deutsche Frauenteams eine Silber- und zwei Bronzemedaillen. Bei den Männern waren die Leistungen schlechter, lediglich zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen wurden gewonnen. Somit sind die deutschen Athleten, die einst zur Weltelite gehörten, unter ferner liefen zu finden. Der Sport wird heute von den Norwegern, Holländern, Russen und Japanern dominiert.

Für die kommende Saison sind die Erwartungen an die deutschen Eisschnellläufer klar gesunken. Man wird froh sein, wenn überhaupt eine Medaille gewonnen wird. Auch für die Zukunft sehen die Voraussichten düster aus. Die Athleten werden immer älter, talentierter Nachwuchs hat sich bis jetzt nicht hervorgetan.