Der deutsche EPL-Aufsteiger: David Wagner

Was in Deutschland Clubs wie Hoffenheim und RB Leipzig sind – nämlich Aufsteiger, die sich an die Spitze kämpfen – war in der Premier League zunächst Leicester und ist nun ein Club, den viele vorher nicht kannten: Huddersfield Town. Auch wenn der anfängliche 11. Tabellenplatz ernüchternd war, legte das Team doch einen beeindruckenden Start hin. Möglich machte es ein Deutscher: David Wagner.

Der ehemalige Spieler von Eintracht Frankfurt schaffte es, den ehemaligen Traditionsclub in die Spitzenliga zu bringen. Natürlich hat ihm das viel Respekt bei Fans und Trainerkollegen eingebracht. Wagner ist Deutsch-Amerikaner, was mögliche Sprachprobleme direkt aus dem Weg räumt, und spielte in seiner aktiven Zeit auch für die US-Nationalmannschaft.

Er tritt ein wenig in Jürgen Klopps Fußspurern: Er war fünf Jahre Trainer in Dortmund, allerdings für die Reservemannschaft, und galt als Top-Kandidat, um mit Klopp nach England zu gehen. Stattdessen wurde er von Huddersfield verpflichtet und mit ihm kam sein Assistent Christoph Bühler.

Doch die beiden sind nicht die einzigen Deutschen im Team: Vier Spieler kommen aus Deutschland. Wagner verpflichtete Michael Hefele, Collin Quaner, Christopher Schindler und Chris Löwe. Mit Schindler hatte Wagner einen besonders guten Griff gemacht: Er war der Torschütze, der im Finale im Jahr 2017 den entscheidenden Elfmeter gegen Heading verwandelte und damit Huddersfield in die Premier League brachte.

Wagner setzt wie Klopp auch auf das Team. Er brachte seine Mannschaft vor dem Saisonstart nach Schweden, wo sie eine Art Survival-Training machen mussten. Dabei ging es aber nicht darum, wer der Beste ist, sondern wie sie zusammen Probleme lösen können. Die Bindungen, die dort aufgebaut wurden, gelten als das Erfolgsrezept des derzeitigen Erfolges.

Die meisten Fußball-Experten meinen, dass mit Wagner frischer Wind in die Liga kommt. Er hat nicht nur einen Familientag eingeführt, sondern auch einen Bereich im Stadion, der für die Spielerfamilien offensteht. Partner und Kinder können sogar ins Trainingslager kommen. Die Bindungen zwischen den Spielern und ihren Familien sowie untereinander schaffen den hohen Grad an Motivation und gegenseitigem Vertrauen, das den Verein so besonders macht.