Der deutsche Eisschnelllauf steckt in einer Kriese

Der deutsche Eisschnelllauf steckt zurzeit in einer tiefen Krise. Dies zeigte sich unter anderem an den letzten Olympischen Spielen, wo Patrick Beckert mit einem siebten Platz die beste deutsche Leistung erzielte. Dies in einem Sport wohlgemerkt, in dem die Deutschen in der Vergangenheit regelmäßig auf dem Podest standen.

Das Problem zeigt sich auch beim Nachwuchs oder besser gesagt, bei der Abwesenheit des Nachwuchses. In den letzten Jahren konnte sich kein neues Talent hervortun, die verbleibenden Läufer werden älter und schlechter. Eine wirkliche Veränderung ist frühestens für die Olympischen Spiele im Jahr 2026 zu erwarten und dies auch nur dann, wenn sich grundsätzlich etwas ändert.

Bei den Frauen ist die Topathletin Claudia Pechstein 46 Jahre alt. Zwar plant die Athletin zur Zeit noch kein Ende ihrer Kariere und möchte auch an den nächsten Olympischen Spielen noch an den Start gehen, ihre nachlassenden Leistungen sprechen jedoch eine klare Sprache. So hatte sie bei den vergangenen Olympischen Spielen keine Chance auf eine Medaille. Ähnlich sah die Situation auch für die jüngeren Athleten Patrick Beckert und Nico Ihle aus. Auch sie haben ihren Zenit überschritten.

Die Krise wirkt sich nun auch personell aus. Der Bundestrainer Jan van Veen hat im März dieses Jahres seinen Rücktritt bekannt gegeben. Als Grund gab er an, dass es zurzeit nicht möglich sei, den deutschen Eisschnelllauf auf Weltniveau zu bringen. Die Gründe dafür sieht er aber nicht nur bei den Sportlern selbst, sondern auch beim Verband. Dessen Kommunikation sein unzureichend, die Förderung der Sportler ebenso. Eben erst bekannt geworden ist zudem, dass auch der Sportdirektor Bartkos Abschied seinen Posten räumt. Somit steht der Eisschnelllauf in Deutschland gänzlich ohne sportliche Führung dar.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hat eine schwere Zeit vor sich. Die Präsidentin Stefanie Teeuwen muss sowohl die sportliche Führung als auch den Ruf des Eisschnelllaufs in Deutschland wiederaufbauen. Sicherlich keine einfache Aufgabe.