Das Wunder von Leipzig

Sie kamen aus der Tiefe nach oben und bleiben dort, zumindest bis jetzt: noch nie zuvor hatte ein Aufsteiger sich so schnell in die Bundesligaspitze gespielt und sich dort auch noch festgesetzt. Doch stellt sich die Frage: Werden die Roten Bullen aus Leipzig wirklich dem FC Bayern München gefährlich? Am Anfang der Bundesligasaison sah es noch sehr gut aus. Zwar waren die Bayern wie gewohnt Herbstmeister, aber die Leizpiger waren nur drei Punkte entfernt.

Doch dann kam die Ernüchterung und der Abstand wurde größer. Mitte Januar sind die Bullen gerade mal auf dem fünften Platz, und wenn man die Buchmacher fragt, glauben die wenigsten an einen deutschen Meister aus Leipzig. Mit 13 Punkten hinter dem Tabellenführer ist Leipzig als Bayernjäger ausgeschieden. In Interviews hatte Trainer Hasenhüttl schon abgewiegelt und darauf hingewiesen, dass andere Vereine schon länger in der Liga seien und mehr Erfahrung darin hatten, den Rekordmeister unter Druck zu setzen.

Für Leipzig scheint die Devise jetzt zu sein, wieder beständiger zu werden und noch ein bis zwei Plätze gut zu machen, Während Dortmund sich wohl in der Saison 2017/2018 mit einem Vizemeister-Titel zufrieden geben dürfte, wäre für den RB Leizpig jeder Platz gut, der ihnen den Weg zum internationalen Fußball ebnet. Die Championsleague dürfte für die Bullen wieder der Traum sein, der in Erfüllung gehen kann.

Dafür müssen die Bullen aber auch in der Rückrunde gewinnen und ein wenig hoffen, dass Dortmund, Schalke und Leverkusen einige Niederlagen einstecken. Vor allem Schalke scheint in dieser Saison der Hauptgegner der Leipziger zu sein.

Dennoch kann Hasenhüttl mit seinem Team zufrieden sein. Aus dem One-Hit-Wonder ist ein ernstzunehmder Gegener geworden, der sich in der Top-Liga wohlzufühlen scheint. Das Wunder von Leizpig ist bereits mit dem Einzug in die Bundesliga geschehen, aber warum sollte es nicht noch weitere geben? Eines wäre die Meisterschale, aber das größte wäre wohl ein Erfolg in der Champions League.